Mediation war für mich nie nur eine Methode. Sie war schon früh eine Rolle, in die andere mich gebracht haben.
Als Schüler schickten mich Mitschüler vor, wenn es Probleme mit Lehrern gab. Freunde und Familie riefen mich an, wenn Situationen festgefahren waren. Ich habe Konflikte um Geld im eigenen Umfeld erlebt – und gesehen, welchen Schaden sie anrichten können, wenn niemand rechtzeitig eingreift.
Theologie und Betriebswirtschaft – das klingt nach einem Widerspruch. Für mich beschreibt es ziemlich genau, was gute Konfliktlösung braucht: Verständnis für Menschen, Werte und Beziehungen. Und Verständnis für das, was wirtschaftlich auf dem Spiel steht.
Als geprüfter Testamentsvollstrecker (DVEV) kenne ich die rechtliche Seite von Nachfolge und Erbschaft – nicht nur die menschliche.
Viele Konflikte entstehen in Übergangsphasen. Wenn Verantwortung wechselt. Wenn Rollen neu definiert werden müssen. Wenn Menschen vor Entscheidungen stehen, die nicht nur wirtschaftliche, sondern auch persönliche Konsequenzen haben.
Gerade in diesen Momenten zeigt sich, dass nachhaltige Lösungen mehr brauchen als fachliche Expertise allein.
Ich komme aus Worms – einer Stadt, in der Geschichte, Brüche und ihre Folgen bis heute sichtbar sind. Das hat meinen Blick auf Konflikte geprägt: Was nicht gelöst wird, verschwindet selten. Es wirkt weiter.
Mich interessiert nicht, wer Recht hat.
Mich interessiert, was funktioniert.
Denn die beste Lösung ist nicht die lauteste. Sondern diejenige, die Bestand hat.